Am 6. Oktober besuchte eine kleinere Gruppe von Mitgliedern des Heimat- und Geschichtsvereins die Ausgrabungsstätte am Kalkrieser Berg bei Bramsche. Petra Tüting vom Team »Varusschlacht « führte die Gruppe zum Museum – vorbei an aufgestellten Friedenszeichen, römischen Feldzeichen nachempfunden und Arbeiten des internationalen Jugendcamps, das in diesem Jahr an den Ausgrabungen beteiligt war. Im Museum wurde klargestellt, dass die umfangreichen Funde im Ausgrabungsgebiet mit hoher Sicherheit von einem sehr großen Überfall germanischer Krieger auf ein römisches Heer zeugen. Dafür aber, dass es sich dabei um die Varusschlacht gehandelt hat, fehlen die letzten Beweise. Arminius, so bekanntlich der römische Name des Cheruskerfürsten Hermann, in Rom aufgewachsen und zum Führer der germanischen Legion aufgestiegen, trennte sich von Rom, als Augustus die Unterwerfung aller germanischen Stämme befahl. Er könnte, als Kenner der römischen Kriegskunst, Varus und die drei Legionen, die dieser befehligte, beim Marsch aus dem Sommerlager nach Xanten in den Engpass zwischen dem Kalkrieser Berg und dem Großen Moor gelockt und in Form von Partisanenüberfällen angegriffen und vernichtet haben. Die großen Münzfunde aus der Zeit vor 9 n. Chr. so wie auch Teile von Ausrüstung, Waffen, Munition und dem Tross des Heeres sind beeindruckend. Von den germanischen Kriegern ist nur sehr wenig erhalten, weil für deren Ausrüstungen kaum Metall verarbeitet wurde. Als Sieger haben sie aber auch ihre Gefallenen bestattet und alle Gegenstände mitgenommen.

Römer mit Pferd versinkt im Sumpf

 

Der Turm des Museums bietet einen Blick über den Park mit dem Ausgrabungsfeld und lässt den Engpass zwischen Berg und Großem Moor deutlich erkennen. Als Nachbau ist ein Wall zu besichtigen, teilweise mit Palisaden versehen, hinter die sich die Germanenkriegerverstecken zu rückziehen und sich verstecken konnten. Zusammen mit der Sonderausstellung »Konflikt«, die mit vielen Leihgaben aus deutschen und europäischen Museen römisch-germanische, aber auch innergermanische Konflikte veranschaulicht, ist Kalkriese ein gelungenes, informatives Angebot, dass kein geschichtlich Interessierter aus lassen sollte.

Hochzufrieden – auch weil uns die Hoffnung nicht genommen wurde, die Dörenschlucht bei Detmold könnte Austragungsort der Varusschlacht gewesen sein – kehrten wir über Großes Moor und Dümmer zurück nach Quelle.

Auszug aus dem Queller Blatt Dezember 2009

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