Museum Wäschefabrik

Rüdiger Uffmann, der Vorsitzende des Förderverein Projekt Wäschefabrik e.V., begrüßte die Teilnehmer aufgrund des guten Wetter draußen im Hof des historischen Gebäudes. Dies, um darauf hinzuweisen, wie ruhig dieser Ort liegt. Durch die Hinterbebauung fühlt man sich, obwohl mitten im Zentrum der Stadt, wie in einem kleinen Park. Da die Inhaberfamilie über dem Betrieb wohnte sind die Gebäude im gleichen Stil erbaut, und mit den damals üblichen Verzierungen an Erkern und Balkon versehen.

Im Gebäude ging es zunächst in den großen Nähsaal. Hier stehen in langen Reihen die Maschinen aus der Zeit um 1913 bis hin zu den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Neben Nähmaschinen sind auch Stick – und Knopflochmaschinen, sowie Zuschneidegeräte dabei. Alles so, als wäre soeben noch daran gearbeitet worden. Die kleinen Büros neben dem Nähsaal waren sehr spartanisch eingerichtet und zeugt davon, dass der Nähbetrieb Vorrang hatte. Hergestellt wurden, neben Bett- und Tischwäsche, auch Hemden, Blusen und Nachtbekleidung. Der Gründer Hugo Juhl musste den Betrieb 1938 verkaufen, da er jüdischer Religion war. Die Gebrüder Winkel aus Dresden, erwarben Firma und Immobilie und führten ihn in 45 Jahre bis zur Auflösung.

Nach den Betriebsräumen führte Herr Uffmann die Gruppe durch die Wohnung der Inhaber. Auch hier ist fast alles an Einrichtungsgegenständen in Küche, Bad und Wohnbereich erhalten und lässt erkennen, wie zur damaligen Zeit in gut betuchten Familien gelebt wurde. Alles in allem ein sehr interessantes Museum, das anschaulich die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Zeit von nach dem ersten Weltkrieg bis heute darstellt. Ein Besuch lohnt sich immer wieder, da man immer wieder neue Eindrücke erlebt.