Waldeck und der Edersee ein heißes Pflaster

Das der 27.Juni dieses Jahres ein heißer Tag werden würde zeichnete sich schon eine Woche vorher ab. Wetterberichte und Wetterapps überschlugen sich förmlich mit immer höheren Werten. Davon aber ließen sich 30 Personen nicht abschrecken, sie stiegen am  Morgen frohgemut in den klimatisierten Neumann – Reisebus um in Richtung Edersee abzudüsen. Die Fahrt verlief zunächst zügig auf samstäglich ruhigen Autobahnen, sodass  unser Fahrer Sergej einen längeren Halt auf der Raststätte „Am Biggenkopf“ vorschlug, denn wir lagen gut in der Zeit. Ab Diemelstadt ging es dann über Bundes- und Landstraßen gemütlich durch das hessische Bergland mit herrlichen Ausblicken über hügelige Felder, Wälder und kleine Ortschaften. Das lief so locker bis der Bus in Sachsenhausen auf die B 485 Richtung Waldeck wechselte. Plötzlich blinkte alles blau: Stau vor einer Straßensperrung! Weit vor uns sah man Radrennfahrer von rechts auf die Bundesstraße einbiegen. Nach einer guten halben Stunde konnten wir langsam weiterfahren um dann für gut 10 Kilometer die Bundesstraße mit LKW, PKW und den Radrennfahrer, Einzeln und im Pulk, zu teilen. Aus dem Internet erfuhren wir, dass hier an diesem Tag der Ederseetriathlon durchgeführt wurde. Interessant, aber wir bedauerten die Teilnehmer, denn inzwischen lagen die Temperaturen kurz vor 30 Grad. Im gekühlten Bus kein Problem. Leider war dann auch noch die Abzweigung nach Waldeck gesperrt und keine Umleitung ausgezeichnet. Nach mehreren Telefonaten und langem Umweg trafen wir schließlich dort am Touristenbüro ein. Hier warteten zwei Stadtführer die uns, der Temperatur angepasst wie vereinbart, Waldeck nahebringen wollten. Zunächst ging es in die ab 1300 erbaute, spätgotische Kirche mit einem Flügelaltar, danach über den schattigen Friedhof und durch die engen Gassen mit Fachwerkhäusern.            

                                                                                                                                                   

Der Weg entlang der Stadtmauer war dann doch etwas beschwerlich, zwar mit herrlichen Ausblicken über das Waldecker Land, aber mit sehr warmen Abschnitten. Am Ende überraschte das Touristenbüro die Teilnehmer mit dem kostenlosen Angebot gekühlter isotonischer Getränke. Ein sehr gelungener Abschluss. Durch die nicht planbaren Verzögerungen war es jetzt Zeit den Edersee zur Schifffahrt zu erreichen. Auch jetzt waren wieder weite Umwege notwendig. Nach einem Gespräch mit der Reederei klappte aber alles sehr gut. Mit der „Edersee – Star“, einem modernen Elektroausflugsboot legte wir am Strandbad ab um für zwei Stunden eine herrliche Rundfahrt zu genießen. Bei Kaffee und Kuchen erlebten die Teilnehmer den sehr belebten See von seiner besten Seite. Die Kaffeetafel war im klimatisierten Bereich des Schiffes gedeckt. Aber auch auf dem offenen Oberdeck war es luftig. Segelboote kreuzten, teils mit großen bunten, geblähten Spinnakern. Auf Tretbooten vergnügten sich Badende. Die riesige Staumauer war aus der Nähe zu betrachten und der Kapitän erläuterte vieles zur Geschichte und dem Bau des Sperrwerkes. Der Wasserstand betrug, auch wegen der Wärme dieses Sommer 58% der Normalfüllung.                                                                                                                                                                                             

                                                                                                                                                                                                                              

 Das Wasser der Talsperre wird auch zur Auffüllung der Weser eingesetzt. Nach diesem herrlichen Seeausflug verabschiedete der Kapitän die Mitreisenden des Heimat- und Geschichtsvereins Quelle ausdrücklich und wünschte eine gute Heimfahrt. Die war dann im klimatisierten Bus problemlos, ohne Stau und Umleitungen, sodass uns Sergej gegen 18:00 Uhr am Gemeinschaftshaus verabschiedete. Eine sehr interessante, spannende und schöne Fahrt, trotz kleinerer Widrigkeiten, darüber waren sich alle einig und bedankten sich herzlich beim Fahrer, der in jeder Situation Ruhe und Umsicht bewahrt hatte.